des Teufels Baumeister

Schon oft half der Teufel verzweifelten Bauherren und verlangte als Gegenleistung deren Seelen. Jedes seiner Bauwerke muss aber vollendet sein, bevor der erste Hahn kräht. Wenn es zu so einem Handel kommt, übergibt er die Baustelle seinem Baumeister…

Unaufhörlich treibt dieser alle teuflischen Gehilfen an, schuftet selbst und wütet, wenn sich nicht exakt an seinen Plan gehalten wird. Das größte aller Bauprojekte war die Errichtung der Teufelsmauer: Der Teufel wollte vor langer, langer Zeit sein Gebiet ausdehnen und musste dieses als Bedingung mit einer großen Mauer umfassen. Es ist einer alten Frau aus Timmenrode zu verdanken, dass der Harz heute nicht dem Teufel gehört. Sie war auf dem Weg zum Markt, um ihren Hahn zu verkaufen. Als sie in der Dunkelheit stolperte, erschrak der Hahn und krähte viel zu früh…

So ließ des Teufels Baumeister den Schlußstein fallen, den er bereits in seinen Händen hielt! Der Teufel tobte und riss die gewaltige Mauer wieder ein. Ihre beeindruckenden Reste sind noch heutzutage zwischen Blankenburg und Ballenstedt zu bestaunen.